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SEEKRANKHEIT: Das häufigste Gesundheitsproblem auf Yachten ist wohl die Seekrankheit, welche vom vegetativen Nervensystem ausgelöst wird. Die typischen Symptome sind Brechreiz, Schwindel, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Blässe, Konzentrationsschwäche, etc. Ob und wann jemand Seekrank wird, hängt freilich von der körperlichen Verfassung, der geistigen Einstellung (wenn man schon mit einem unguten Gefühl an Bord geht, sind die besten Voraussetzungen bereits gegeben) und natürlich von Wind & Wetter (Wellengang) ab. Wenn man den Eindruck hat bald Seekrank zu werden helfen oft folgende Tipps:
Ein bewährtes Mittel Seekrankheit ohne Medikamente zu vermeiden, soll die "Sipahi-Methode" sein, welche vom Eigentümer der deutschen Firma Boss Yachtcharter, Dipl.Ing. Sipahi, in Anti-Seekranheits-Trainings angeboten wird und eine 90%-ige Erfolgsquote verspricht. VERLETZUNGEN: Gerade auf See sollte der Ersten Hilfe größte Bedeutung zugemessen werden, da es sehr lange dauern kann, bis ärztliche Hilfe herbeigeholt werden kann. Im nachfolgenden beschreiben wir Maßnahmen für die häufigsten Verletzungen, die an Bord einer Yacht auftreten können - die praktischen Übungen eines Erste Hilfe Kurses sind nicht zu ersetzen, wir empfehlen Ihnen daher den Besuch eines solchen Kurses! BEWUSSTLOSIGKEIT: Bewusstlosigkeit besteht dann, wenn ein Mensch auf Ansprechen, Berühren, Schmerzreize nicht situationsgerecht reagiert, Atmung und Kreislauf aber erhalten sind. Mögliche Ursachen: Schädel-Hirnverletzungen / Gehirnerschütterung / Gehirnquetschung / Einatmung giftiger Gase / Sonnenstich / Epilepsie / Zuckerkrankheit / Schlaganfall und ähnliches. Erkennung: Reglosen Betroffenen ansprechen, berühren, Schmerzreize zufügen - reagiert der Patient nicht, kann von einer Bewusstlosigkeit ausgegangen werden. Maßnahmen: Atemwege freimachen (obere Luftwege) durch:
Atemkontrolle: Hören auf Ein- und Ausatemgeräusche, schauen auf Brustkorbbewegungen, fühlen der Ausatemluft - der Helfer hält seine Wange und sein Ohr zum Mund des Verletzten.
Erste Hilfe: Freihalten der Atemwege durch die stabile
Seitenlagerung - der Helfer legt den ihm näherliegenden Arm des
Bewusstlosen seitlich, dann erfasst er den gegenüberliegenden Arm am Handgelenk
und das gegenüberliegende
Bein in der Kniekehle, winkelt das Bein ab, sodaß Arm und Bein mit dem Körper
ein stabiles Dreieck bilden.
ATEMSTILLSTAND: Atemstillstand besteht, wenn ein Mensch auf äußere Reize nicht situationsgerecht reagiert und wenn trotz freier Atemwege keine Atmung, wohl aber ein intakter Kreislauf feststellbar ist. Bei Atemstillstand kann das Atemzentrum die für die Aufrechterhaltung der Atmung notwendigen Impulse nicht mehr bilden bzw. die Impulse die Atemmuskulatur nicht mehr erreichen. Ursachen:
Erste Hilfe: Fehlende Atmung durch künstliche Beatmung ersetzen:
Dieser Vorgang ist bei Erwachsenen ca. 15 mal pro Minute zu wiederholen, was einem natürlichen Atemrhythmus des Helfers entspricht. Weiters ist der Kreislauf in kurzen Abständen zu kontrollieren! Der Patient ist so lange zu beatmen, bis die Eigenatmung einsetzt bzw. professionelle Hilfe eintrifft.
KREISLAUFSTILLSTAND: Kreislaufstillstand besteht, wenn der Betroffene auf äußere Reize nicht situationsgerecht reagiert und weder Atmung noch Kreislauf feststellbar ist! Ursachen:
Erste Hilfe: Fehlende Atmung durch künstliche Beatmung, und fehlender Kreislauf durch Herzmassage ersetzen:
Merke: 2 x Beatmung / 30 x Herzmassage Die Kreislaufkontrolle sollte jeweils nach einer Minute erfolgen - ist der Halsschlagaderpuls weiterhin nicht tastbar, müssen Beatmung und Herzmassage weiter durchgeführt werden. Setzt der Puls ein, die Beatmung jedoch nicht, ist die künstliche Beatmung weiter durchzuführen und der Kreislauf regelmäßig zu kontrollieren!
DIE RICHTIGE DURCHFÜHRUNG DER
BEATMUNG UND DER HERZMASSAGE
STARKE BLUTUNG: Unter Blutung versteht man das Austreten von Blut aus Blutgefäßen - es gibt äußere (aus Wunden) und innere Blutungen. Nur bei äußeren Blutungen ist eine Stillung möglich! Durch Blutungen können Kreislauffunktionsstörungen hervorgerufen werden. Erste Hilfe: Die Blutstillung ist eine wichtige lebensrettende Maßnahme. Für die Stillung ist nicht die Art der Blutung, sondern die Stärke und somit der Blutverlust entscheidend. Beinahe jede sichtbare, starke Blutung lässt sich durch genügend starken Druck von außen auf die Blutungsstelle stillen. Blutstillung durch Fingerdruck:
Blutstillung durch Druckverband: Nur dort wo die Körperform es zulässt (etwa Arm oder Bein), wenn geeignetes Verbandsmaterial zur Verfügung steht und der Ersthelfer das Anlegen eines Druckverbandes erlernt und geübt hat, sollte der Fingerdruck durch einen Druckverband ersetzt werden!
Hochhalten bzw. hochlagern verstärkt die Wirkung des Druckverbandes. Bei weiterer starker Blutung ist ein zweiter Druckverband darüber zu legen und/oder Fingerdruck auszuüben. Die Wirkung des Verbandes muss ständig kontrolliert werden! Blutstillung durch Abbindung: Die Abbindung ist eine Maßnahme, die nur dann durchgeführt werden darf, wenn die Blutstillung durch andere Methoden nicht möglich ist - dies ist der Fall bei:
Eine Abbindung darf nur mit breitem, schonendem Material (etwa Dreiecktuch) durchgeführt werden! Abbinden am Oberarm: Arm hochhalten, Dreiecktuch als Schlaufe um die Mitte des Oberarms (niemals in Gelenknähe!) legen, Enden rasch und schonend auseinanderziehen und unter Beibehaltung des Zugs um den Arm verknoten. Dadurch wird der Arm blutleer und die Blutung kommt zum Stillstand. Abbinden am Oberschenkel: Dreiecktuch locker um den Oberschenkel knoten, einen Knebel zwischen Bein und Tuch schieben, Knebel vorsichtig anheben und drehen, bis die Blutung steht. Knebel in dieser Stellung fixieren. * Wunde keimfrei verbinden und vor direkter Kälteeinwirkung, Nässe oder Hitze schützen! ** Wenn bei Einklemmung oder ausgedehnten Wunden das Eintreffen der Rettung sich verzögert, kann die Abbindung nach einer halben Stunde vorsichtig gelockert werden - blutet die Wunde weiter, muss neuerlich abgebunden werden! Ist die Blutung zum Stillstand gekommen, ist weiteres Abbinden nicht mehr notwendig. Verletzter Arm oder Bein bleibt weiter hochgelagert und wird beobachtet. *** Bei abgetrennten Gliedmaßen oder Verletzungen der Oberschenkelarterie darf die Abbindung bis zum Eintreffen im Krankenhaus nicht mehr geöffnet werden! Weiters ist Schockbekämpfung durchzuführen, der Transport ins Krankenhaus zu veranlassen und dem Arzt der Zeitpunkt der Abbindung mitzuteilen!
SCHOCK: Jede schwere Verletzung führt zu einem Schockzustand, welcher unbedingt behandelt werden muss, da Schock zu einer Kreislaufstörung führen und somit lebensbedrohlich sein kann! Es ist daher dringend notwendig, bei jedem Verletzten bis zum Eintreffen der Rettung eine Schockbekämpfung durchzuführen - auch wenn vorerst keine Anzeichen eines Schockzustandes zu erkennen sind! Erkennung:
Gefahren: Wird der Schock lebensbedrohlich, so bekommt der Schockierte ein verfallenes Aussehen und wird zunehmend teilnahmslos. Das Bewusstsein ist getrübt, der Puls am Handgelenk ist nicht mehr tastbar und schließlich treten Bewusstlosigkeit, Störung der Atmung (Schnappatmung) und im schlimmsten Fall der Tod durch Kreislaufversagen ein. Erste Hilfe: Die Schockbekämpfung zielt darauf ab, die lebenswichtigen Funktionen (Atmung, Kreislauf) zu begünstigen und aufrecht zu erhalten durch:
WUNDEN: Neben Blutverlust ist die Infektionsgefahr ein wichtiger Grund, eine Wunde fachgerecht zu versorgen. Infektionen können durch Eiter- und/oder Tetanuserreger entstehen, insbesondere dann, wenn die Wunde verschmutzt wurde. Nach einer Verletzung sollte in jedem Fall eine Tetanusimpfung verabreicht werden! Erste Hilfe:
Verbrennungen:
UNTERKÜHLUNG: Als Unterkühlung bezeichnet man das Absinken der Körpertemperatur unter 36° C. Beim Unterkühlen wird die Durchblutung der äußeren Körperschichten infolge der Kälteeinwirkung immer geringer und der Kreislauf wird nur noch im Körperinneren aufrechterhalten. Erste Hilfe:
Ist der Abtransport in absehbarer Zeit nicht möglich:
HITZSCHLAG: Wenn ein Mensch, dessen Wärmeregulation beeinträchtigt ist, längere Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt wird, kann ein Hitzschlag die Folge sein. Die Symptome sind heiße, trockene und rote Haut, Kopfschmerzen, Übelkeit, hohe Temperatur und eventuell Bewusstlosigkeit. Erste Hilfe:
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| Wie bereits
erwähnt, kann unsere Beschreibung zur Behandlung der häufigsten
Verletzungen keine Erste-Hilfe-Schulung ersetzen - als verantwortungsbewusster Skipper sollten Sie daher auf jedem Fall einen entsprechenden Kurs besuchen und Ihr Wissen immer wieder auffrischen! |
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