Entfernungen zum Ufer messen
Entfernungsmessung mittels Smartphone & Co. Wie man mit einfachen Mitteln Entfernungen zum Ufer messen kann:
In Kroatien gelten seit 2025/2026 neue Regelungen, die die Mindestabstände von Booten und Schiffen zum Ufer betreffen, welche zahlreichen Erfahrungsberichten zufolge auch streng kontrolliert werden. Mit den Regelungen sollen die Ufer vor Wellengang geschützt werden und natürlich auch Badegäste, die an den Stränden ihre Ruhe genießen können sollen.
Die zu haltenden Abstände sind nach der Größe der Wasserfahrzeuge abgestuft (bis 15m, ab 15m und 30m oder mehr). Weiterhin gilt, dass für alle Boote, Yachten und Schiffe innerhalb von 300m zum Ufer ein Verbot von Gleitfahrt besteht, welches natürlich auch für die beliebten Jetskis Gültigkeit hat! Hinzugekommen sind auch neue Regeln für das Ankern, speziell dann, wenn man sich zusätzlich mit Landfesten absichern möchte.
Doch wie weiß man, wie weit man vom Ufer entfernt ist? Nun, mittels GPS braucht man nur seine eigene Position auf die Seekarte übertragen und von da mit dem Zirkel den Abstand zum Ufer messen. Aber nicht immer hat man GPS verfügbar und da gibt es zum Glück auch andere Methoden, mit denen man den Abstand sehr gut abschätzen kann.
Mit unserer nachstehenden App können Sie per Eintrag verschiedener Daten rasch feststellen, ob Sie sich im "grünen Bereich" befinden, oder vielleicht schon eine Beanstandung durch die Polizei befürchten müssen. Bevor Sie sie verwenden, sollten Sie sich mit der zugehörigen Bedienungsanleitung befassen. Sie können sich die Bedienung auch akustisch erklären lassen:
Küstenabstand-Navigator Adria
Abstand zur Küste ohne GPS bestimmen – vier Messwege nach der kroatischen Sicherheitsverordnung (SSVO).
Das Handy kennt über den Lagesensor die exakte Horizontale. Damit wird es zum Sextanten: Höhenwinkel zu einem Objekt bekannter Höhe messen – der Abstand folgt aus d = (H − Augenhöhe) / tan α.
Schritt 1 · Referenzobjekt an Land
Der Fußpunkt des Objekts muss auf Höhe der Wasserlinie stehen. Bei Kartenhöhen (Leuchtfeuer, Bergkuppen) ist die Höhe über MHW bereits die richtige Zahl. Die Zwei-Punkt-Messung rechnet ohne Augenhöhe und dient als Gegenprobe.
Schritt 2 · Visieren und messen
Kamera-Overlay
Das Fadenkreuz macht das Zielen deutlich leichter. Die Kamera läuft ausschließlich lokal im Browser, es wird kein Bild gespeichert, verarbeitet oder übertragen. Die Freigabe erfolgt erst, wenn du oben „Kameravisier“ wählst und auf „Kamera einschalten“ tippst – und lässt sich jederzeit wieder abschalten.
Der Notbehelf ohne jede Technik: Die eigene Hand am ausgestreckten Arm ist ein Winkelmaß. Einmal auf deine Körpermaße kalibrieren, danach funktioniert es auch mit leerem Akku.
Kalibrierung auf deinen Arm
| Handmaß | Dein Winkel | Standardwert |
|---|
Abstand schätzen
Das Handmaß ist eine Schätzung mit rund ±25 % Streuung. Es taugt für die Frage „deutlich drüber oder deutlich drunter?“, nicht für den Grenzfall.
Merktabelle fürs Logbuch
So hoch erscheint ein Objekt auf den maßgeblichen Distanzen – ausgedrückt in deinen Fingerbreiten.
| Objekt | 50 m | 70 m | 150 m | 300 m |
|---|
Die klassische Küstennavigation, in Fahrt anzuwenden und prüfungsrelevant: zwei Seitenpeilungen auf dasselbe Objekt, dazwischen die zurückgelegte Distanz – daraus folgt der Querabstand.
Verfahren und Fahrt
Kurs und Fahrt zwischen den beiden Peilungen konstant halten. Bei querlaufendem Strom das Ergebnis nur als Näherung werten.
Stoppuhr
Start bei der ersten Peilung, Stopp bei der zweiten.
Der Querabstand ist der Abstand, den du künftig haben wirst. Ist er zu klein, muss der Kurs sofort geändert werden – nicht erst querab.
Die einfachste Methode überhaupt: rechtwinklig von der Küste weglaufen und die Zeit stoppen. Bei 5 Knoten sind das 2,57 m in der Sekunde.
Vorgabe
Countdown
Umgekehrt nutzbar: Zeit stoppen, während du aus der Bucht läufst – Weg = Fahrt × Zeit. Bei 4 kn entspricht eine Minute 123 m.
Diese Registerkarte gilt für Ankerplätze, an denen das Ankern grundsätzlich erlaubt ist – also in einer Bucht ohne Badestrand, ohne Taucherboje und ohne behördliches Verbot. Maßgeblich sind dann nur noch Bootslänge, Wassertiefe, gesteckte Kette und die Länge der Landleinen.
Wichtig: Für das Ankern gelten nicht die längenabhängigen Abstände aus der Küstenfahrt. Die Verordnung verbietet das Ankern nur an bestimmten Stellen – vor Badebereichen, über Kabeln und in Sperrgebieten. In einer gewöhnlichen Bucht gibt es keinen längenabhängigen Mindestabstand zur Küstenlinie; begrenzt wird nur das Festmachen mit Landleinen auf 70 m bis zum Eintauchpunkt der Kette.
Zuerst prüfen: darfst du hier überhaupt ankern?
Das Ankern ist untersagt:
- wenn der Schwojkreis zu irgendeinem Zeitpunkt näher als 50 m an die Absperrung eines organisierten Badestrandes reicht
- näher als 150 m vom Ufer eines Naturbadegebiets
- innerhalb abgegrenzter Badebereiche
- in Sperrgebieten laut Seekarte und bei Anordnung der Kapitanerie
- über Unterwasserkabeln, Rohrleitungen und Auslässen
Untersagt ist außerdem das Festmachen innerhalb eines Badebereichs, an Seezeichen und an Bäumen sowie jedes Festmachen, das die Küstenvegetation beschädigt.
Der Begriff „Naturbadegebiet“ ist in der Verordnung nicht eindeutig definiert und von See aus meist nicht gekennzeichnet. In einer Bucht, in der offensichtlich gebadet wird, ist mit der 150-m-Auslegung zu rechnen. Wie weit ein Strand entfernt ist, misst du mit den Reitern 1 bis 4 und der passenden Bezugslinie.
Beim Festmachen mit Landleinen zählt seit April 2026 nur noch der Punkt, an dem die Kette ins Wasser eintaucht – er muss innerhalb von 70 m zur Küstenlinie liegen.
Landleinen-Prüfung (70-m-Regel)
Kette als Maßband
Markierte Ankerkette ist das genaueste Messmittel an Bord. Aus Kettenlänge und Tiefe folgt die horizontale Reichweite und damit der Schwojkreis.
Rechnung als straff gespannte Gerade – die tatsächliche Kettenkurve liegt etwas kürzer, das Ergebnis ist also die sichere Seite für den Schwojkreis.
Mindestabstände nach der kroatischen Verordnung über die Sicherheit der Seeschifffahrt (SSVO, NN 52/2025) mit der Anpassung vom April 2026. Die für dein Boot geltende Zeile ist hervorgehoben. Alle Werte lassen sich anpassen, falls sich die Vorschriften ändern.
Grenzwerte anpassen
Abstand in Fahrt – Küste und Badebereiche
| Fahrzeuglänge | Küstenlinie | Absperrung organisierter Badestrand |
|---|
Diese Staffelung stammt aus Artikel 49 und regelt die Fahrt entlang der Küste. Für das Ankern gilt sie nicht. In der Verordnung sind für Fahrzeuge von 15 bis unter 30 m zur Badestrand-Absperrung 100 m genannt, also weniger als die 150 m zur Küstenlinie – ob das gewollt oder ein Redaktionsversehen ist, ist bislang ungeklärt.
Geschwindigkeit
| Abstand zur Küste | Zulässig |
|---|
Ankern und Festmachen
| Situation | Regel |
|---|---|
| Ankerverbot | in Sperrgebieten laut Seekarte, bei Anordnung der Kapitanerie, an Unterwasserkabeln, Rohrleitungen und Auslässen, in Badebereichen |
| Küstenvegetation | Festmachen, das die Vegetation beschädigt, ist untersagt |
Kontrolliert wird durch Hafenamt, Küstenwache und Polizei. AIS-Aufzeichnungen, Logbuch und Drohnenaufnahmen werden als Beweismittel akzeptiert – die eigene aufgezeichnete GPS-Spur ist im Streitfall der beste Entlastungsbeweis.
Warum Schätzungen über Wasser danebengehen
Über Wasser fehlen die Zwischenobjekte, an denen das Auge Entfernung aufbaut. Distanzen werden deshalb regelmäßig um 30 bis 50 Prozent zu kurz geschätzt – der Strand wirkt näher, als er ist, und die eigene Position damit legaler, als sie ist. Genau umgekehrt beim Ankern: Dort wirkt der Abstand größer als er ist. Rechne bei jeder Schätzung 30 Prozent Reserve ein.
Haftung: Dieses Werkzeug liefert Schätzwerte zur Ausbildung und zur Orientierung an Bord. Verbindlich sind die amtlichen Vorschriften, die Seekarte und die eigene Navigation. © sailornet.at
