Bedienungsanleitung Astronavigation

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Bedienungsanleitung · Schritt für Schritt

So bedienen Sie den Astro–Navigator

Diese Anleitung erklärt jeden Reiter der Lern-App in einfacher Sprache – ganz ohne Vorwissen. Sie können sie neben der App geöffnet lassen und mitlesen.

Worum geht es überhaupt?

Vor der Erfindung von GPS fanden Seeleute ihren Standort mit drei Dingen: der Sonne, einer genauen Uhr und einem Messgerät namens Sextant. Die Grundidee: Die Sonne steht in jedem Moment genau über einem bestimmten Punkt der Erde. Wenn man weiß, wie hoch sie gerade am Himmel steht und wann genau man das gemessen hat, kann man daraus seinen eigenen Standort errechnen.

Die App macht diese Rechnung für Sie sichtbar und lässt Sie alles selbst ausprobieren – am Schreibtisch oder an Bord. Sie müssen nichts auswendig können; lesen Sie einfach hier mit.

In 30 Sekunden startklar Gehen Sie in der App auf den Reiter „Sonne jetzt“, wählen Sie oben Ihren Hafen aus der Liste – und schon sehen Sie live, wo die Sonne für Sie gerade steht. Mehr ist für den ersten Blick nicht nötig.
Reiter 1

Grundlagen

Hier wird das Prinzip mit einer Zeichnung und einem kleinen Begriffslexikon erklärt. Lesen Sie diesen Reiter einmal in Ruhe durch – danach verstehen Sie die Anzeigen in den anderen Reitern viel leichter. Sie müssen sich nichts merken; die wichtigsten Wörter stehen auch unten in dieser Anleitung im Mini-Lexikon.

Reiter 2

Sonne jetzt

Das ist das Herzstück. Die App zeigt live, wo die Sonne in diesem Augenblick für Ihren Standort steht.

So stellen Sie Ihren Standort ein

  1. Am einfachsten: Oben im Auswahlfeld einen Hafen wählen (z. B. Punat oder Split). Fertig.
  2. Unterwegs am Handy: Auf „Meinen Standort verwenden“ tippen. Der Browser fragt um Erlaubnis – nach Bestätigung wird Ihre Position verwendet. Es wird dabei nichts gespeichert oder verschickt.
  3. Von Hand: Breite und Länge in die beiden Felder eintragen und auf „Übernehmen“ klicken. Tipp: Komma statt Punkt verwenden, also z. B. 45,02.

Die zwei runden Anzeigen

Links die Kompassrose: Der goldene Zeiger und die kleine Sonne zeigen die Richtung, in der die Sonne gerade steht – oben ist Norden, rechts Osten. Rechts der Höhenbogen: Er zeigt, wie hoch die Sonne über dem Horizont steht. Ganz unten (0°) berührt sie die Kimm, ganz oben (90°) stünde sie senkrecht über Ihnen.

Was bedeuten die Werte darunter?

Diese Felder sehen technisch aus, sind aber schnell erklärt. Sie müssen sie nicht alle verstehen, um die App zu nutzen – hier trotzdem in einfachen Worten:

Ortszeit / UTC
Ihre normale Uhrzeit und daneben die Weltzeit (Greenwich-Zeit). In der Astronavigation rechnet man immer mit der Weltzeit, damit alle vom selben Nullpunkt ausgehen.
Deklination
Sagt, wie weit nördlich oder südlich der Punkt liegt, über dem die Sonne gerade steht. Im Sommer ist sie nördlich, im Winter südlich.
Grt & t
Zwei Fachbegriffe für die „Länge“ des Sonnenpunkts – einmal von Greenwich aus gezählt (Grt), einmal von Ihrem eigenen Ort aus (t). Für reine Neugier interessant, fortgeschritten für eigene Berechnungen.
Zeitgleichung
Die Sonne ist mal ein paar Minuten zu früh, mal zu spät dran gegenüber der Uhr. Dieser Wert sagt, um wie viel – deshalb ist der höchste Sonnenstand fast nie genau um 12:00 Uhr.
Sonnenaufgang / -untergang
Die Uhrzeiten für Ihren Standort am heutigen Tag.
Kulmination (wahrer Mittag)
Das ist der wichtigste Wert für Reiter 3. Es ist der Moment, in dem die Sonne am höchsten steht (genau im Süden). Merken Sie sich diese Uhrzeit – dann wissen Sie, wann Sie für die Mittagsbreite messen müssten.
Sonnen-Halbmesser
Wie „dick“ die Sonnenscheibe am Himmel erscheint. Das braucht man nur bei der genauen Sextant-Korrektur – die App rechnet es automatisch ein.
Reiter 3

Mittagsbreite

Die klassische und einfachste Methode der Astronavigation: Wenn die Sonne mittags am höchsten steht, misst man ihre Höhe – daraus ergibt sich direkt Ihre geografische Breite (wie weit Sie nördlich oder südlich sind). Eine genaue Uhr braucht man dafür nicht einmal.

Ohne Sextant nur ausprobieren?

Kein Problem – dafür gibt es den Knopf „Beispielwerte für meinen Standort einsetzen“. Die App füllt dann realistische Messwerte ein. Klicken Sie danach auf „Breite berechnen“ – und das Ergebnis sollte fast genau der Breite entsprechen, die Sie im Reiter „Sonne jetzt“ eingestellt haben. So sehen Sie, dass die Methode wirklich funktioniert.

Mit echtem Sextant messen

  1. Im Reiter „Sonne jetzt“ die Uhrzeit der Kulmination ablesen.
  2. Kurz davor die Sonne durch den Sextanten beobachten, bis sie nicht mehr höher steigt. Den abgelesenen Wert in die Felder eintragen.
  3. Auf „Breite berechnen“ klicken – die App zeigt den ganzen Rechenweg und Ihre Breite.

Was bedeuten die Eingabefelder?

Sextanthöhe Hs
Der Winkel, den Sie am Sextanten ablesen – in Grad (°) und Bogenminuten (′). 60 Minuten sind 1 Grad.
Indexfehler
Jeder Sextant hat eine kleine persönliche „Null-Abweichung“. Wenn Sie sie kennen, hier eintragen; sonst 0 lassen.
Augenhöhe über Wasser
Wie hoch Ihre Augen beim Messen über der Wasseroberfläche sind (z. B. 2 m im Cockpit). Je höher Sie stehen, desto tiefer liegt scheinbar der Horizont – das rechnet die App heraus.
Gemessener Rand
Ob Sie den unteren oder oberen Rand der Sonnenscheibe auf die Kimm gesetzt haben. Üblich ist der Unterrand – das ist die Voreinstellung.
Sonne steht im …
An der Adria und im ganzen Mittelmeer steht die Mittagssonne im Süden (Voreinstellung passt). Den Norden braucht man nur auf der Südhalbkugel.
Datum der Messung
Steht auf heute. Nur ändern, wenn Sie eine Messung von einem anderen Tag nachrechnen.

Die App „beschickt“ Ihre Rohmessung automatisch – das heißt, sie korrigiert sie um Augenhöhe, Lichtbrechung in der Luft und Sonnengröße. Diese Korrekturen sehen Sie im Ergebnis Schritt für Schritt aufgelistet.

Reiter 4

Kompass-Kontrolle

Die praktischste Anwendung für jeden Skipper – auch ohne Sextant: Prüfen, ob der Bordkompass richtig anzeigt. Da die App die wahre Richtung zur Sonne kennt, genügt eine einzige Peilung, um die Gesamt-Abweichung Ihres Kompasses zu bestimmen.

So geht es

  1. An Bord die Sonne über den (Peil-)Kompass anpeilen und die abgelesene Gradzahl merken.
  2. In der App das obere Feld zeigt Ihnen die wahre Sonnenrichtung in diesem Moment.
  3. Ihre abgelesene Kompasspeilung ins Eingabefeld schreiben und auf „Fehlweisung berechnen“ klicken.

Das Ergebnis ist die Fehlweisung – also um wie viel Grad und in welche Richtung Ihr Kompass daneben liegt. Steht dort z. B. +3° (Ost), zeigt der Kompass 3° zu wenig an.

Augenschutz Nie direkt in die Sonne blicken. Bei tiefem Sonnenstand (morgens/abends) peilen oder den Schattenstift des Peilkompasses verwenden.
Reiter 5

Quiz

Sechs kurze Fragen zum Selbsttest. Tippen Sie auf eine Antwort – die richtige Lösung und eine kurze Erklärung erscheinen sofort. Am Ende sehen Sie Ihr Ergebnis. Mit „Quiz zurücksetzen“ starten Sie neu. Es wird nichts gespeichert.

Mini-Lexikon

Die wichtigsten Begriffe noch einmal in einem Satz:

Kimm
Die sichtbare Linie zwischen Meer und Himmel.
Höhe
Wie hoch ein Gestirn über der Kimm steht (in Grad).
Azimut
Die Richtung zu einem Gestirn (wie eine Peilung, von Nord gezählt).
Breite
Wie weit nördlich oder südlich man ist.
Länge
Wie weit östlich oder westlich man ist.
Sextant
Das Handgerät, mit dem man die Höhe eines Gestirns misst.
Kulmination
Der höchste Sonnenstand des Tages – der wahre Mittag.
Bogenminute (′)
Ein Sechzigstel eines Grades. Eine Bogenminute entspricht auf See genau einer Seemeile.

Häufige Fragen

Die Standortabfrage funktioniert nicht – warum?
Aus Sicherheitsgründen erlauben Browser die Ortung nur auf gesicherten Seiten (https). Erscheint keine Position, wählen Sie einfach Ihren Hafen aus der Liste oder geben Sie die Koordinaten von Hand ein.
Muss ich einen Sextant besitzen?
Nein. Zum Lernen reicht der Knopf „Beispielwerte einsetzen“ in der Mittagsbreite. Einen echten Sextant brauchen Sie nur für echte Messungen an Bord.
Sind die Werte genau genug für die echte Navigation?
Die App ist zum Lernen und Üben gedacht (Genauigkeit etwa ein Hundertstel Grad). Für die navigatorische Praxis bleibt das gedruckte Nautische Jahrbuch maßgeblich.
Werden meine Daten gespeichert?
Nein. Alles läuft nur in Ihrem Browser. Es gibt keine Cookies, kein Tracking und keine Übertragung – auch Ihr Standort bleibt auf dem Gerät.

Viel Freude beim Ausprobieren – und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

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