Astronavigation in der Seefahrt

Sie sind hier: Skipperausbildung in Theorie & Praxis » Skipper-Tools » Astronavigation in der Seefahrt


Die Astronavigation - kein Geheimnis

Sextant - Navigationsgerät

Ein Sextant - zur Navigation über die Gestirne - die Astronavigation.

Die Astronavigation ist schon eine uralte Methode, um sich anhand der Gestirne zu orientieren. Und mit der Erfindung des Sextanten blieb so gut wie kein Fleck der Erde mehr unberührt, die Welt wurde mit der Seefahrt beinahe lückenlos erkundet und kartographiert.

Klar, heute stehen den Seefahrern längst ganz andere Methoden zur Navigation zur Verfügung, wie die nach wie vor wichtigste, die terrestrische. Aber natürlich hat GPS auch diese fast schon völlig abgelöst. GPS ist allerdings von allerhand technischen Funktionen (Kontakt zu Satelliten und funktionierende Elektrik/Elektronik) abhängig, welche die klassischen Navigationsmethoden unabdingbar machen. Für den Bootsführerschein ist daher die terrestrische Navigation ein wichtiges Prüfungsthema.

Die Astronavigation spielt bei Sportbootführerscheinen der "normalen Urlaubsklasse" keine Rolle, aber als Skipper sollte man sich vielleicht doch ein wenig damit befassen. Sehen Sie sich dazu auch unsere App für die Sterndeutung an.

Nachstehend finden Sie eine Übungs-App für diese faszinierende, aber keineswegs geheimnisvolle Astronavigation. Aber lesen Sie zuerst bitte die Bedienungsanleitung der Anwendung durch:



Astro-Navigation - die Lern-APP

Nautisches Wissen · Zum Selbst-Ausprobieren

Astro–Navigator

Navigieren wie vor 200 Jahren – mit Sonne, Sextant und Uhr. Diese Lern-App rechnet mit dem echten Sonnenstand für Ihren Standort, Ihr Datum und Ihre Uhrzeit. Probieren Sie es gleich aus.

Die Kernidee in einem Satz: Wer weiß, wie hoch ein Gestirn zu einer exakt bekannten Uhrzeit über dem Horizont steht, weiß auch, auf welcher Linie der Erdkugel er sich befindet.

Lange bevor es GPS gab, fanden Seeleute ihren Weg über die Ozeane allein mit Sextant, Uhr und einem Tabellenwerk (dem Nautischen Jahrbuch). Das Prinzip ist erstaunlich einfach: Die Sonne steht in jedem Augenblick genau über einem einzigen Punkt der Erde, dem Bildpunkt. Je weiter Sie von diesem Punkt entfernt sind, desto flacher steht die Sonne für Sie über dem Horizont. Aus dem gemessenen Höhenwinkel ergibt sich also Ihre Entfernung zum Bildpunkt – und damit eine Standlinie. Zwei Standlinien (z. B. morgens und mittags) ergeben einen Standort.

Kimm (sichtbarer Horizont) Höhe h Mit dem Sextanten wird der Winkel h zwischen Kimm und Sonne gemessen.
Der Sextant misst die Höhe h der Sonne über der Kimm – das ist die Grundmessung der Astronavigation.

Die wichtigsten Begriffe

Kimm
Die sichtbare Trennlinie zwischen Meer und Himmel – die Bezugslinie jeder Sextantmessung.
Höhe (h)
Winkel des Gestirns über dem Horizont, gemessen in Grad und Bogenminuten.
Azimut (Az)
Die Richtung zum Gestirn, gezählt von rechtweisend Nord (0–360°) – wie eine Peilung.
Deklination (Dec)
Die „geografische Breite“ des Sonnen-Bildpunkts. Sie wandert im Jahreslauf zwischen 23,4° S (Winter) und 23,4° N (Sommer).
Stundenwinkel (Grt / t)
Die „geografische Länge“ des Bildpunkts, gezählt von Greenwich (Grt) bzw. vom eigenen Meridian (t) nach Westen.
Kulmination
Der höchste Sonnenstand des Tages – der wahre Mittag, wenn die Sonne genau im Süden (bzw. Norden) steht.
1′ = 1 sm
Eine Bogenminute auf einem Meridian entspricht einer Seemeile (1.852 m) – deshalb passen Winkel und Entfernung in der Navigation so elegant zusammen.

Tipp: Wechseln Sie jetzt zum Reiter „Sonne jetzt“ – dort sehen Sie alle diese Größen live für Ihren Standort.

Ihr Standort

Die Standortabfrage erfolgt nur auf Ihren Klick, direkt im Browser. Es wird nichts übertragen oder gespeichert.

--:--:--Ortszeit
--:--:--UTC
N O S W
Azimut:
Kimm 0° 90° 45°
Höhe:
Deklination
Grt (Greenwich-Stundenwinkel)
t (Ortsstundenwinkel)
Zeitgleichung
Sonnenaufgang
Kulmination (wahrer Mittag)
Sonnenuntergang
Sonnen-Halbmesser

Lesehilfe: Die Deklination ist die Breite des Sonnen-Bildpunkts, der Grt seine Länge (westlich von Greenwich gezählt). Die Zeitgleichung zeigt, wie viele Minuten die wahre Sonne der gleichmäßig laufenden Uhr gerade voraus- oder nachgeht – deshalb fällt der wahre Mittag fast nie exakt auf 12:00 Uhr.

Die Mittagsbreite ist der Klassiker der Astronavigation – und die einzige Methode, die ganz ohne genaue Uhrzeit auskommt. Man misst die Sonnenhöhe im Moment der Kulmination (höchster Stand) und erhält daraus direkt die geografische Breite:

Breite = 90° − Höhe + Deklination  (Sonne im Süden)
  1. Messen: Kurz vor dem wahren Mittag (Zeitpunkt siehe Reiter „Sonne jetzt“) die Sonne mit dem Sextanten verfolgen, bis sie nicht mehr steigt. Abgelesener Wert = Sextanthöhe Hs, üblich wird der Unterrand der Sonne auf die Kimm gesetzt.
  2. Beschicken: Den Messwert um Indexfehler, Kimmtiefe (Augenhöhe), Strahlenbrechung und Sonnen-Halbmesser korrigieren – das erledigt der Rechner unten.
  3. Rechnen: Beobachtete Höhe in die Formel einsetzen – fertig ist die Breite.

Mittagsbreiten-Rechner

Zum Üben ohne Sextant: Klicken Sie auf „Beispielwerte einsetzen“ – die App simuliert eine realistische Mittagsmessung für den im Reiter „Sonne jetzt“ eingestellten Standort. Das Ergebnis sollte dann fast genau Ihrer eingestellten Breite entsprechen.

Die einfachste praktische Anwendung der Astronavigation – auch für jeden Küstenpatent-Skipper: die Kompasskontrolle per Sonnenpeilung. Da die App das rechtweisende Azimut der Sonne für jeden Augenblick kennt, lässt sich durch eine einzige Peilung die Gesamt-Fehlweisung des Steuerkompasses (Missweisung + Deviation) bestimmen.

Rechtweisendes Sonnen-Azimut jetzt

So geht’s an Bord: Sonne über den Peilkompass (oder die Steuerkompass-Peilmarke) anpeilen, Uhrzeit notieren, Wert oben eintragen. Differenz = Fehlweisung. Achtung: nie direkt in die Sonne blicken – bei tiefem Sonnenstand peilen oder den Schattenstift verwenden.

Sechs Fragen – testen Sie Ihr neues Wissen. Auswertung erfolgt sofort, nichts wird gespeichert.

Datenschutz: Diese Lern-App läuft vollständig lokal in Ihrem Browser. Es werden keine Daten übertragen, gespeichert oder Cookies gesetzt; es werden keine externen Ressourcen oder Schriftarten geladen. Die Standortabfrage erfolgt ausschließlich auf Ihren Klick.

Hinweis: Die Sonnendaten werden nach astronomischen Standardformeln (Genauigkeit ca. ±0,01°) berechnet – für Lehre und Übung bestens geeignet, sie ersetzen aber kein Nautisches Jahrbuch für die navigatorische Praxis.


Die Anwendung ist KI-generiert, kann somit fehlerhaft sein. Daher ist diese App nicht für echte Navigation geeignet,
sondern dient lediglich zur Aneignung von Wissen über die Astronavigation. Maßgeblich für die echte Navigation
ist das amtliche, nautische Jahrbuch (BSH)! Für Übungszwecke können Sie diesen Almanach verwenden.


So gut wie alle Webseiten im Internet verwenden s.g. Cookies und so auch unsere. Diese kleinen, unschädlichen Dateien sind technisch erforderlich, um die Nutzerfreundlichkeit sowie Funktionalität der Webseiten zu gewährleisten und speichern keinerlei persönlichen Daten ab. Wenn Sie auf der Webseite verbleiben, stimmen Sie der Verwendung zu. Optionale Cookies können Sie in den > Einstellungen <gegebenenfalls deaktivieren, was dann aber zur Folge hat, dass manche Inhalte nicht dargestellt werden können.