Rückwärts einschneiden - Triangulierung Wie man mittels Kreuzpeilung seine Position feststellt:

So mancher Hobby-Skipper oder -Navigator beginnt bei den Begriffen "Rückwärts einschneiden" oder "Triangulierung" zu grübeln und muß vielleicht sogar erstmal googeln, worum es sich handelt. Dabei ist es schlicht und einfach eine Kreuzpeilung, mit der man mittels terrestrischer Navigation seine Schiffsposition auf der Seekarte bestimmen kann.

Die Kenntnisse über die Kreuzpeilung können jedoch essenziell sein, wenn an Bord einmal das GPS oder gar die ganze Elektrik ausgefallen ist!

Dabei ist die Triangulation gar kein "Hexenwerk", wenn man die Funktionsweise und die Logik dahinter erst einmal verstanden hat.

Mit unserem Kreuzpeilung-Simulator können Sie das nicht nur einmal ausprobieren, sondern auch in der Praxis verwenden. Wenn Sie die Koordinaten der angepeilten Objekte, die Peilwerte sowie die Missweisung/Variation korrekt eingegeben haben, können Sie die ausgegebenen Winkellinien in Ihrer Seekarte einzeichnen und sehen, wo sich Ihre Position auf der Karte befindet. Darüber hinaus, zeigt Ihnen das Tool auch die Entfernungen zu den angepeilten Objekten an.

Alles, was Sie dazu in der Praxis brauchen: Ihre Seekarte, einen Navigationszirkel für die Positionsbestimmung der angepeilten Objekte sowie 2 Navigationsdreiecke, mit denen Sie dann die Linien in der Seekarte einzeichnen können. Und natürlich auch einen Peilkompass. Übrigens - in unserem Onlineshop können Sie ein praktisches Navigationsset erwerben.


Kreuzpeilung – Standort bestimmen ohne GPS

Zwei markante Objekte, ein Handpeilkompass und die Seekarte genügen: Wer die Richtungen zu zwei eindeutig erkennbaren Landmarken peilt und als Standlinien in die Karte einträgt, findet seinen Standort im Schnittpunkt. Dieser Simulator rechnet Ihre Peilungen nach, berücksichtigt die Missweisung und zeigt auf einer schematischen Seekarte, was Sie mit Bleistift und Kursdreieck einzeichnen müssen.

So funktioniert die Kreuzpeilung
  1. Objekte auswählen. Suchen Sie zwei (besser drei) Landmarken, die Sie sicher in der Seekarte wiederfinden: Leuchtturm, Kirchturm, Funkmast, Schornstein, Tonne. Die Peilungen sollten sich möglichst rechtwinklig schneiden – ideal sind 90°, brauchbar 30° bis 150°. Bei schleifenden Schnitten wirkt sich schon ein kleiner Peilfehler stark aus. Nahe Objekte sind besser als weit entfernte.
  2. Peilen. Mit dem Handpeilkompass das Objekt anvisieren und die Gradzahl ablesen – das ist die Kompasspeilung (KP). Halten Sie Metallgegenstände wie Handy, Schlüsselbund, Werkzeug oder Taschenmesser vom Kompass fern und peilen Sie mit Abstand zu Motor, Stahlteilen, Lautsprechern und Elektronik – sie lenken die Kompassnadel ab. Peilen Sie zügig hintereinander: zuerst Objekte voraus oder achteraus, zuletzt das Objekt querab, weil sich dessen Peilung während der Fahrt am schnellsten ändert. Uhrzeit notieren.
  3. Beschicken. Die Kompasspeilung bezieht sich auf magnetisch Nord. Für die Seekarte brauchen Sie die rechtweisende Peilung (rwP), also bezogen auf geografisch Nord:
    Kompasspeilung (KP) + Missweisung (Mw) = rechtweisende Peilung (rwP)
    Östliche Missweisung (E) wird addiert, westliche (W) abgezogen.
    Die Missweisung steht in der Kompassrose der Seekarte – mit Bezugsjahr und jährlicher Änderung. Rechnen Sie sie auf das aktuelle Jahr um:
    Mw aktuell = Mw laut Karte + jährliche Änderung × (aktuelles Jahr − Jahr der Angabe)
    Beispiel: 4°10' E (2020), jährlich 7' E, im Jahr 2026 → 4°10' + 6 × 7' = 4°52' E
  4. Eintragen. Legen Sie das Kursdreieck mit der rechtweisenden Peilung am Objekt in der Seekarte an und ziehen Sie die Linie seewärts – also in die Gegenrichtung (rwP ± 180°), vom Objekt zum Schiff. Diese Linie ist die Standlinie: Irgendwo auf ihr befinden Sie sich.
  5. Standort ablesen. Wo sich die beiden Standlinien schneiden, liegt Ihr beobachteter Ort. Markieren Sie ihn mit einem Kreis und notieren Sie die Uhrzeit. Bei drei Peilungen entsteht meist ein kleines Fehlerdreieck – Ihr Standort liegt darin. Ist das Dreieck groß, peilen Sie erneut. In der Nähe von Gefahren nehmen Sie den Punkt des Dreiecks an, der der Gefahr am nächsten liegt.
So verwenden Sie den Simulator
  1. Wählen Sie unter 1 das Koordinatenformat, in dem Sie die Positionen eingeben möchten. Seekarten verwenden meist Grad und Dezimalminuten (z. B. 44°50,25' N). Ein Wechsel rechnet bereits eingegebene Werte automatisch um.
  2. Tragen Sie unter 2 die Missweisung aus der Kompassrose Ihrer Seekarte ein: Wert und Richtung (E/W), das Jahr der Angabe, die jährliche Änderung und das aktuelle Jahr.
  3. Wählen Sie unter 3 für jede Landmarke die Art (das Symbol erscheint daneben), lesen Sie die Koordinaten des Objekts aus der Seekarte ab und tragen Sie die gemessene Kompasspeilung ein.
  4. Für eine Kontrollpeilung mit Fehlerdreieck aktivieren Sie die dritte Landmarke.
  5. Karte, Position und Rechenweg aktualisieren sich bei jeder Eingabe. Mit Das Übungsbeispiel laden sehen Sie eine fertig ausgefüllte Übung; Meine Eingaben löschen verwirft Ihre Werte und lädt ebenfalls wieder das Übungsbeispiel.

Die schematische Karte erzeugt Land- und Wasserflächen automatisch rund um die Landmarken – sie zeigt keine echte Küstenlinie. Tonnen, Kardinalzeichen, Einzelgefahrenstellen und Wracks liegen immer im Wasser.

Koordinatenformat wählen

In welcher Schreibweise lesen Sie die Positionen aus Ihrer Seekarte ab? Die meisten Seekarten verwenden Grad und Dezimalminuten.

Ein späterer Wechsel rechnet bereits eingegebene Koordinaten automatisch um.

Missweisung aus der Seekarte

Die Missweisung ist der Winkel zwischen magnetisch Nord (dorthin zeigt der Kompass) und geografisch Nord (danach ist die Seekarte ausgerichtet). Sie steht in der Kompassrose Ihrer Seekarte, zum Beispiel 4°10' E 2020 (7' E).

Missweisung laut Kompassrose
° '

Grad, Minuten und Richtung. E = Ost, W = West. In der Adria ist die Missweisung östlich (E).

Die Jahreszahl, die in der Kompassrose beim Wert steht – nicht das Druckjahr der Karte.

Jährliche Änderung
'

Minuten pro Jahr, meist in Klammern hinter dem Wert, z. B. (7' E). E: Die Missweisung wird jedes Jahr östlicher, W: westlicher.

Das Jahr, in dem Sie peilen – normalerweise das laufende Jahr.

Landmarken eintragen

Pro Landmarke tragen Sie zwei Dinge ein: die Position des Objekts aus der Seekarte (grauer Bereich) und die an Bord gemessene Kompasspeilung (gelber Bereich).

Ergebnis

Nur schematische Darstellung – nicht zur Navigation verwenden!
Die Karte veranschaulicht ausschließlich die Geometrie Ihrer Kreuzpeilung. Land- und Wasserflächen werden automatisch erzeugt und stimmen mit der echten Küste und Ihrer Seekarte in keiner Weise überein. Untiefen, Felsen, Riffe, Wracks, Kabel und Leitungen, Sperrgebiete, Fahrverbote, Geschwindigkeitsbeschränkungen und andere Gefahren oder Einschränkungen werden nicht angezeigt. Kontrollieren Sie Ihren Standort immer in der amtlichen Seekarte.

Übungs- und Lernhilfe für die terrestrische Navigation. Die Standlinien werden wie auf der Papierseekarte (Mercatorprojektion) als Loxodromen berechnet. Die Karte ist schematisch, Küstenlinien sind frei erzeugt. Der Simulator ersetzt weder die amtliche Seekarte noch die eigene Sorgfalt an Bord. Alle Berechnungen laufen ausschließlich in Ihrem Browser – es werden keine Daten übertragen oder gespeichert.

AI

Sailornet Austria übernimmt keinerlei Gewähr für die Richtigkeit der ausgewerteten Angaben.
Die Nutzung des Tools erfolgt daher auf eigene Verantwortung!
Kreuzpeilungssimulator © Copyright by: Sailornet Austria


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